Garfield, the world famous cat…

Eigentlich hatte ich nie viel mit Katzen am Hut, außer mit besagten Garfield, dessen Comics mich schon seit meiner Kindheit in Verzückung bringen. Hauptsächlich hat wohl dieses Desinteresse mit meiner recht starken Tierhaarallergie zu tun, und ich kann mich auch nur an eine Katze erinnern, die ich jemals angefasst habe. Das war Monsemann, ein deutscher Exil-Kater in Norwegen, der bei Onkel Eckert, nicht zu verwechseln mit Eckert aus dem Kohlenkeller, der Meister Röhrich vor den Russen schützen soll, ein luxuriöses Katerleben führte. Onkel Eckert war Fischer, der sich jeden Morgen mit seiner Wikinger – Nussschale auf in den Fjord, oder aufs weite Meer machte, und Makrelen oder ähnlich schmackhaftes angelte. Nicht zum Lebensunterhalt, nö, nur aus böcke, oder romantischer gesagt, aus Passion und Leidenschaft. Jedenfalls gabs für Monsemann immer gleich direkt am Anleger, wo er jeden morgen wartete, den ersten Fisch. Und auch sonst konnte er sich nicht beklagen, gab es doch auch Mäuse und son Kleinviehgedöns in Hülle und Menge in den umliegenden Wäldern. Was ich aber eigentlich sagen wollte, ist, dass ich, seit dem ich vor kurzem innerhalb des Elbflorenzes Umgezogen bin, einem Dresdner Kater verfallen bin. Er heißt Garfield, oder jedenfalls nenne ich ihn so, er sieht nämlich wirklich so aus, und er hat wohl früher mal in meiner neuen Wohnung gelebt, und hat dadurch aus Gewohnheitsrecht einen festen Platz auf dem Fensterbrett, durch nen Stück Teppich gekennzeichnet. Da hockte er nun, als ich mit den ersten Kartons bepackt die Wohnung zu meinem neuen Reich erklärte, und beäugte argwöhnisch das treiben in seiner Ex-Kommune. Mein Vormieter hatte mir bei der Wohnungsübergabe noch eine Dose Trockenfutter in die Hand gedrückt und erzählt, dass es eine Katze gibt, die hier mal gewohnt hat, aber auch schon vor ihm, und sich ab und an jetzt auf dem Sims in der Mittagssonne aalt. Gut dachte ich, die werde ich schon irgendwie los, ist mir bisher noch mit allen Katzen gelungen, außerdem bin ich ja Mittags eh selten zugegen, also kein Problem. Doch als ich Garfield das erste Mal gesehen hab, war es anders. Er saß da im Fenster, ziemlich dick, oder jetzt würde ich eher kräftig sagen, und schaute interessiert, wie ich mir einen abschleppte. Ich hab Ihm dann etwas Trockenfutter geben wollen, eigentlich schon nicht meine Art Katzen zu begegnen, und schwups war er auch schon durchs Fenster rein und begutachtete, begleitet von mauzen, die Wohnung. Er machte irgendwie auch keine Anstalten wieder zu gehen, und ihn anzufassen, davor scheute es mich noch. Und so ließ ich ihn, während ich die ersten Kartons auspackte, in der Wohnung. Er legte sich dann unwiderstehlich Süß, diesmal wohl eher wie Nermal, auf ein Kissen und machte ein Nickerchen. Wow, irgendwie ein schönes Gefühl war das. Mittlerweile kommt er Regelmäßig auch Abends vorbei, mauzt vor dem Fenster, oder klopft, ich weiss zwar nicht wie er gegen das Fenster wummert, aber er machts, und verlangt nach Eintritt, welchen ich Ihn natürlich gerne gewähre. Er hat schon eine Lieblingscouchecke, in die er sich kuschelt, und wenn er seinen Kopf gegen meine Hand drückt, um gekrault zu werden, Allergie hin oder her, und dann so schön schnurrt, kann ich das erste Mal Katzenfans verstehen. Er ist irgendwie das ideale Haustier, Selbstversorger, kommt und geht wann er will. Warum er hier jetzt herrenlos sein Dasein fristet weiß ich auch nicht, vielleicht ist ja sein Besitzer mal verstorben. Nicht genaues weiß man nicht. Jedenfalls vermute ich, dass er des Nachts in der zwei Strassen weiter beginnenden Dresdner Heide sein Unwesen treibt und sich den Bauch vollschlägt. Dieses Waldgebiet ist es auch, was Dresden zu einer der größten Städte Deutschlands macht, rein Flächenmäßig, und sollte auch für Garfield genug schmackhaftes bereithalten. Man sagt Dresden ist dadurch sogar größer als der Kernbezirk von Paris, was einem auch realistisch vorkommt, wenn man sich mal die Mühe macht und bei Google-Earth einen Satellitenblick riskiert. Manchmal kommt er ziemlich schmutzig von einem seiner Streifzüge, putzt sich hier, und macht sich dann irgendwann wieder auf. Manchmal aber auch nicht, und was ich eigentlich vermeiden wollte, war dann doch nicht mehr vermeidbar. Denn ich hab es eines Abends, wo er das erste mal keine Anstalten machte, wieder zu gehen, nicht übers Herz bringen können, ihn der Wohnung zu verweisen. Ich hätte nie gedacht, das ein Katze einen solchen Hundeblick auflegen kann, Garfield kann es. Und nun scheint es schon fast so, als hätte ich, der größte Katzenanti aus Jugendzeiten, ne Katze….