Warum jeder eine zweite Chance verdient

Wie heißt es doch so schön in der Bibel? „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“

Jeder von uns hat mal Dummheiten gemacht, etwas verbrochen oder andere verletzt (ob nun gewollt oder nicht). Daher wäre es falsch, diesen Menschen ewig zu strafen. Sicherlich sind manche Taten schlimmer als andere, aber nur weil jemand einmalig etwas aus einem Laden entwendet hat und dafür eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen hat, sollte man ihn nicht für den Rest seines Lebens als Dieb abstempeln.

Vielleicht gab es eine Sache, die er sich nicht leisten konnte oder aber dieser Mensch hat auf diese Weise einen Hilfeschrei gemacht, weil er kein Geld mehr hatte, aber dringend etwas zu Essen brauchte. Sicherlich hätte derjenige die Angelegenheit besser regeln können, aber manchmal ist man vor Furcht so gelähmt, dass man auf keine andere Lösung in dem Moment kommt. Vielleicht hat diese Person auch den völlig falschen Umgang gehabt, hat schlechte Werte vermittelt bekommen und hat sich nicht viel dabei gedacht, bevor die Justiz ihn erwischt hat.

Manchmal ist es auch die Versuchung, die einen auf dumme Gedanken bringt; der Frust über die Gesellschaft oder das eigene Heim, der einen dazu verleitet etwas zu tun was man später bereut. Gerade Kinder und Jugendliche sind sich nicht immer über die Konsequenzen ihrer Taten bewusst, handeln in manchen Fällen egoistisch – vielleicht weil sie es auch von den Eltern nicht besser vorgelebt bekommen oder weil sie von ihnen nicht rechtzeitig und nicht konsequent genug erzogen wurden.

Aber das bedeutet nicht, dass man nicht in der Lage ist sich zu ändern. Bei manchen Menschen mögen es leere Worte sein, wenn sie Besserung geloben, aber nicht alle Menschen sind beratungsresistent und zu stur, um ihr Leben in den Griff zu bekommen. Es ist schon vorgekommen, dass die Menschen, die sich am meisten bekriegt haben später zu den dicksten Freunden geworden sind, weil sie ihnen eine Chance gegeben haben oder Menschen das wahre Glück gefunden haben, weil sie ihrem Partner bei einem Seitensprung vergeben konnten.

Und wenn man das nicht kann?

Mit Sicherheit gibt es Dinge die jemand getan hat, die man einfach nicht verzeihen kann. Nicht jeder Chef kann darüber hinweg sehen, wenn ein Mitarbeiter einen Fehler zwei Mal macht, nicht jeder Partner kann es verkraften, dass der Partner fremd gegangen ist und nicht jede Mutter kann ihrem Kind vergeben, wenn sie von ihrem Spross belogen wird. Man muss in einigen Fällen (wie jetzt im Falle des Chefs) dagegen halten, welche Fehler dieser Mensch insgesamt mit sich bringt.

ABER!

Ist dieser eine Fehler der einzige Schwachpunkt, und der ist im Vergleich zur restlichen Arbeit kaum der Rede wert, sollte man nicht voreilig handeln. Niemand ist unfehlbar und vielleicht sind es niedere Umstände, die dazu geführt haben, dass dieser Fehler passiert ist. Menschen sind nun mal keine Maschinen. Zwar gehören die persönlichen Probleme nicht in die Firma, aber wenn jemand sich gerade von seinem Partner trennt (vielleicht nach einer langjährigen Beziehung oder sogar einer Ehe, in der noch Kinder und/oder Haustiere involviert sind), steckt man das nicht so einfach weg. In solchen Fällen kann auch der Chef ein wenig Menschlichkeit beweisen und ein wenig Nachsicht haben, dem Mitarbeiter eine Auszeit gönnen oder ihm für eine Weile ein paar einfachere Aufgaben erteilen.

Sich selbst eine zweite Chance geben

Das Wichtigste ist vor allen Dingen, dass man sich selbst nicht aufgibt, weil man etwas falsch gemacht hat, sondern dass man an sich selbst glaubt und daran arbeitet es beim nächsten Mal besser zu machen. Es kann jedem mal passieren, dass man sich übernimmt, dass man etwas Dummes macht, dass man etwas anstellt, für das man sich später schämt oder einen Fehler begeht. Deshalb ist man noch lange kein schlechter Mensch, unfähig oder gar dumm. Man ist erst dann dumm, ein Versager oder schlecht, wenn man sich selbst dafür hält.

Anstatt also in Selbstmitleid zu zerfließen und sich an diesen Moment des Versagens zu klammern, sollte man sich aufraffen und daran arbeiten, dass es beim nächsten Mal besser läuft. Auf diese Weise beweist man wahre Stärke – und wer aus seinen Fehlern lernt und es wirklich schafft sich zu bessern, seine Stärken hervorhebt und an seinen Defiziten arbeitet, um seine Ziele zu erreichen, der hat definitiv eine zweite Chance verdient!