Es passieren Dinge in Dresden, von denen spürst du gar nichts. Nichts, wenn es dich nicht selbst betrifft. Diskret und diplomatisch agiert ein Betreuer auf Gerichten, macht Entscheidungsvorschläge zu Sorge- und Umgangsrechten, übernimmt deine Post und setzt deinen mutmaßlichen Willen um, sobald er von einem Vormundschaftsrichter eingesetzt wurde. Willst du ihn wieder loswerden, brauchst du ein medizinisches Gutachten, dass dieses Loswerden rechtfertigt. Bis dahin vergütest du diese Begleitung wider Willen aus deiner eigenen Tasche. Ein unangenehmer Gedanke und schnell verdrängt, sobald du bedenkst, dass du dann einer von vielen unter seinen Fittichen bist. Alles wird gut: Er betreut dich. Wenn nötig. Ort der Handlung? Das Vormundschaftsgericht auf der Berliner Straße. Betroffen? Viele. Du bist einer von vielen, sobald du dort bist. Das wurde mir bei einem Betreuer-Porträt bewußt. Aber das erscheint erst in einigen Tagen. Ich bin noch bei der Recherche.
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Alles spannt. Kyrill ist vorbei. Dienstag soll der Winter anfangen. Zeit, das Lebkuchenhaus zu vernichten, bevor es die Fliegen tun. Pünktlich zum tatsächlichen Winteranfang suche ich nach Eislaufflächen in Sachsen, ihren Öffnungszeiten und Eintrittspreisen und parallel dazu nach der flächendeckenden T-DSL-Verfügbarkeit in Dresden, um beim regionalen Bezug zu bleiben. “Holiday on Ice” läuft an. Das Kempinski wirft unter sieben Grad Celsisus seine Akkus an, um Eis zu generieren, habe ich mir sagen lassen. In Niesky hatte der Eismeister jetzt schon kaum Zeit, mir zu antworten, da er alle zwei Stunden eine halbe Stunde zaubern muss. Eigentlich macht das Praktikum Spaß. Nur die Haut trocknet bei der Luft im Haus der Presse schneller aus als sonst. Aber vielleicht war das ja auch nur Kyrill.


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