Dresden-Blog: Das Weblog von Dresdenern für Dresdener

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Fr
26
Jan '07

Tag der offenen Tür Gymnasien

Mehrere Gymnasien haben am Sonnabend, dem 27.1.2007 Tag der offenen Tür.
So unter anderem:
Marie-Curie-Gymnasium 10-13 Uhr
Bertolt-Brecht-Gymnasium 9.30-12.30 Uhr
Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium 9.00-12.30 Uhr

Blockade beenden, Versprechen einhalten…

…ist das Motto einer Kundgebung und Mahnwache, die heute, qausi gleich, um 17.oo Uhr beginnt und bis 21.30 gehen soll. Ob die Organisatoren dabei das Wetter mit einkalkuliert haben. Ich mein vor ein paar Tagen oder Wochen war es ja nicht abzusehen, dass man sich heute schnell die Füße abfriert. Der Fußballfan im Allgemeinen ist ja meistens bereit sich 90 Minuten die Zehen warm zu halten, in dem man unentwegt von einem auf das andere Bein tritt, oder im Falle eines Sitzplatzes, eben bei jedem Lied, Chance, Ecke oder Freistoß aufsteht, grölt und so den Kreislauf in Schwung bringt. In Ausnahmefällen auch mal 120 Minuten, aber da heizt meist dann die Spannung genug ein. Es geht natürlich wieder um das Stadion oder wie easynider so schön treffend meint, die RHS Ruine. Und natürlich um das Regierungspräsidium, wo wohl nicht so viele oder eher gar keine Dynamo Fans beheimatet sind, denn sonst würden sie wohl nicht alles so lange verschleppen. Das es dabei für Dynamo um die Existenz geht, da der Spielbetrieb nächstes Jahr nur unter harten Sanktionen oder gar nicht erlaubt werden soll, ist den Herren wahrscheinlich Schnuppe. Asseln mit Krawatte, wenn überhaupt. Ich stelle mir die Herren eher mit ausgefranster Cordhose, im Sommer mit birkenstockschen Tempelflitzern und im Winter mit Moonboots besohlt vor, die alle so verbohrt sind, dass sie zu Hause Ihrer Frau Schläge androhen, wenn die Zahnpasta nicht ordnungsgemäß geschlossen wurde, oder die Fernbedienungen auf dem Tisch nicht alle parallel zu Kante liegen. So in der Art, auf jeden Fall fern ab jeglicher Realität und chancenlos auf dem freien Arbeitsmarkt, nur noch fähig in einer lahmenden Behörde ihre Stunden abzusitzen und die Zeit mit Querulantentum tot zu schlagen. Okay, vielleicht bin ich etwas über das Ziel hinaus geschossen, aber ich wette nicht sehr weit. Die Erbsenzähler haben übrigens schon wieder irgendwo Antrag gestellt, damit sie die Bauaufträge für den Brückenbau an der Stadt vorbei vergeben dürfen, aber das ist noch ein anderes Thema. Aber egal. Der Milbradt Georg jedenfalls, seines Zeichen Ministerpräsident hier in Sachsen, hält auf jeden Fall zeitgleich zur Mahnwache sein Neujahrempfang in der Staatskanzlei an der Wigardstraße ab, so das etwaige Entscheidungsträger evtl. direkt einen Anstoß bekommen, mal endlich in die Puschen zu kommen…

Rückrundenvorbereitung

Noch ist Winterpause. Unser fußballerischer Stadtkrösus tummelt sich in der Türkei und ertritt sich Unentschieden gegen ukrainische Erstligisten. Das birgt Potential zum Schönreden.
Bald geht es wieder los. Der teuerste Kader der Regionalliga (Nord) wird die Operation sofortiger Wiederaufstieg mehr oder weniger bemüht fortsetzen…
Ich gebe zu, in Richtung Erfolgsfan zu tendieren, so man bei den Ergebnissen der letzten 17 Jahren von Erfolg sprechen darf. Die Häufigkeit meiner Stadionbesuche hat nach dem Abstieg stark nachgelassen hat. Fröhlich, Ossi, Wagefeld, Kresic – alle weggepakultkt. Und mich alle 2 Jahre an neue Fußballgötter zu gewöhnen nervt langsam, zumal sich nach meiner Einschätzung derzeit kein Spieler eines derartigen Status’ verdächtig macht.
Um genau zu sein, ich war am 1. Spieltag dabei. Alles sah danach aus, als würde mein Traum Realität. Eines Nachts, inmitten der Tiefschlafphase, sah ich die Abschlusstabelle vor mir: 29 Siege, 5 Unentschieden, 2 Niederlagen, macht 92 Punkte, bei einer Tordifferenz von 94:25. Nach dem fußballerisch überzeugenden 4:1 Auftaktsieg, gegen die damals noch als Aufstiegskonkurrent gehandelten Kieler, sah ich mich bereits in meinen hellseherischen Fähigkeiten bestärkt und verplante bereits den mit dieser Gabe verbundenen Reichtum. Vorerst lag daher meine Priorität in der zweckentfremdenden Investition meines Eintrittsgeldbudgets in Wetteinsätze. Einige Spieltage verschlief ich sogar, in der Hoffnung auf genauere Angaben zu Einzelergebnissen. Bei Dynamo würde es ja in dieser Saison reichen, aller 3 Wochen mal auf die Tabelle zu schauen, um über den wachsenden Punktevorsprung auf den Zweiten informiert zu bleiben. So verschlief und verzockte ich die halbe Hinrunde. Pleite aber ausgeschlafen musste ich feststellen, dass seit Pakults Entscheidung, lieber Rapid Wien in die zweite österreichische Liga zu begleiten, ie verantwortlichen Balltreter sich vehement weigern, der Regionalliga Nord die Spannung zu nehmen. Vor allem in Auswärtsspielen zeigen sie ein Herz für Underdogs. Scheinbar schießt Geld doch keine Tore, zumindest in Auswärtsspielen.
Aus Attraktivitätsgründen des Gegnernamens verschlug es mich gegen St. Pauli wieder in die RHS-Ruine. Gegen die Kietzkicker, eine standesgemäßes 3:0. Allerdings war ich mir während des Spiels nicht sicher, welcher Sportart ich da beiwohnte. Mir ist bekannt, dass man in der Regionalliga nicht den schönen Fußball findet, den sucht man ja unterhalb Bremens in allen Ligen vergeblich; aber mit welcher Präzision die Bälle in die freien … nein … verwaisten Räume gespielt wurden, hat mich schon beeindruckt.
Leider sucht man sich das mit dem schönen Fußball ja nicht aus. Es geht darum dem Rest des Landes zu zeigen, dass wir in Dresden etwas Besonderes sind. Unabhängig von der Liga. Das ewige Hoffen, endlich wieder dort zu sein, wo wir, nach eigener Einschätzung, hin gehören. Der typischen Dresdner Trotzreaktion: wir sind da und stehen zu euch, egal was ihr unseren Ansprüchen, unseren Gefühlen, unseren Hoffnungen, unserer Netzhaut antut, kann ich mich, trotz phasenweise gefühlter Objektivität über den Unsinn solcher Leidenschaften, nicht entziehen. Vor allem die beiden letzten Auswärtsspiele rissen mich endgültig aus allen Phantastereien. Es besteht wohl nur eine minimale Chance, wenigstens diese Saison aus sicherer Distanz zu verfolgen, meine Nerven zu regenerieren und Stärke für die kommenden Abstiegskampfkrimis in Liga Zwei zu sammeln. Knapp wird es und spannend. Und doch sitzt in mir der vorsaisonale Fakt des sicheren Aufstiegs so fest, dass ich diesen zwar freudig aber nicht ekstatisch registrieren werde. So muss sich ein Bayern Fan fühlen, der zum was weiß ich wievielten Mal die Meisterschaft „feiern“ muss; das Bemühen um glaubwürdige Euphorie
ins Gesicht geschrieben.
Eine Saison könnte ich damit durchaus leben.

Smile…

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