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NPD-Mann Leichsenring tot

Mal wieder stört ein NPDler durch sozialverträgliches Frühableben den ruhigen demokratischen Fluss in der sächsischen Landespolitik. Wie der MDR berichtet, ist Uwe Leichsenring, parlamentarischer Geschäftsführer der NPD-Landtagsfraktion und Fahrlehrer aus Königstein, heute vormittag auf der B 172 tödlich verunglückt.

Gerade hatte der Landtagspräsident Untersuchungen über Bettelbriefe des Herrn L. um VIP-Fußballkarten für ein Auswärtsspiel von Dynamo Dresden in Lübeck angekündigt…

Mr. Williams im Ostragehege

Heute kein Robbiekonzert? Komisch. Die Woche hat so gut angefangen. Massen auf den abgesperrten Straßen rund ums Ostragehege, Schwarzhändler an Schwarzhändler mit der Einsicht in den verdammt sauren Apfel beißen zu müssen und die Karten, wenn überhaupt, mit 80 bis 90 Prozent Verlust zu verkaufen.

Nach einem furiosen Robbie Williams Deutschlandtourstart am Montag, hab ich mich spontan dazu entschlossen so einer „armen Verkäufersocke“ einen Gefallen zu tun und am Dienstag noch einmal zu Gast zu sein. Im Gegensatz zu den Damen neben mir am Einlass hab ich allerdings darauf geachtet, dass meine Karte wirklich für den 11. ist und mir nicht für 10 Euro wertlose Montagstickets andrehen lassen. Die Welt ist schlecht. Dicke gemeine Frauen mit dicken teilnahmslosen Männern, die nicht mal nen Schritt zur Seite gehen auch.

Das Konzert selbst war ein perfekt durchgeplantes Spektakel mit Licht, Feuer und Musik. Die erste Vorband, Orson, find ich ziemlich fad – die Basement Jaxx hingegen sind der Wahnsinn (die kommen im August wieder zum Sonne, Mond und Sterne-Festival). Und Robbie ist natürlich eine absolute Rampensau und ein Riesenentertainer. Punkt.

Die Situation am Ausgang war Dienstag etwas besser als Montag, da wenigstens die Zaunsfelder direkt am Gelände auf die gegenüberliegende Straßenseite geschoben waren. Der Ausgang war trotzdem immer noch viel zu eng. Der Satz „Was wäre wenn Panik ausbricht?“ ist schon oft gefallen – die Antwort ist einfach und grausam: das hätten wahrscheinlich einige nicht überlebt. ABER zum Glück sind alle ruhig geblieben und die meisten auch vernünftig. Ein paar Idioten die meinen sich durchdrängeln zu müssen gibts ja immer überall.

Der 1-Euro Mythos

Sogar die „seriöse“ SZ hat behauptet es gäbe bei ebay Robbie-Tickets schon für nen Euro – davon hab ich noch nix gesehen… höchstens vielleicht bei Verkäufern 400 Kilometer weit weg, mit Selbstabholung und marodem hart-an-der-Grenze-zum-Betrüger-Bewertungsprofil. Die Karten sind günstig, sehr günstig, aber ganz umsonst nun auch noch nicht. Ich hab mal einen Screenshot gestern beendeter Angebote gemacht.

Ich wollts doch fürn Euro...

Kleiner geht leider nicht – da erkennt man die Schrift nicht mehr.
Meine Schmerzgrenze war übrigens 20 Euro und da bin ich recht deutlich drunter geblieben. In vier Stunden gehts los – da drängel ich mich durch den Eingangsbereich. Nein, ich gehe natürlich gesittet.

Frau saß in Mülltonne fest

Zitiert von Spiegel Online, so oder so ähnlich auch in den Printausgaben von Sächsischer Zeitung und DNN:

Dresden – Sie wollte nur nachschauen, ob sie ihren Schlüssel aus Versehen in den Müll geworfen hatte. Doch diese Suche brachte eine 47-jährige Frau aus Dresden in eine mehr als unangenehme Situation: Sie blieb in der Tonne stecken.

Den herbeigerufenen Polizisten gelang es nicht, ihr aus der misslichen Lage zu helfen – die Feuerwehr musste her. Den Männern gelang es schließlich, sie zu befreien. Unklar ist, ob der Ausflug der Frau in die Mülltonne erfolgreich war und sie ihren Schlüssel gefunden hat.

ler/ddp

Das lustige Drama (von der Betroffenen mal abgesehen) spielte sich auf der Striesener Straße ab und bei den Mülltonnen handelt es sich um große verschließbare Rollcontainer mit genügend Raum für Übernachtungsgäste.

Morgen Museumssommernacht

Die dritte besondere Nacht nach Wissenschaft und Kirchen erwartet morgen Dresdner und Besucher. Zwischen 18 und 1 Uhr öffnen die Museen ihre Türen und bieten neben Dauerausstellungen auch zahlreiche Sonderschauen, Vorträge, Filme, und spezielle Angebote für die Kleinen. Fürs Pendeln zwischen den Stationen sind 5 Extra N-Linien eingerichtet, 2 davon werden mit historischen Bussen und Straßenbahnen befahren. Das komplette Programm ist hier zu finden: http://www.dresden.de/msn/

Die Museumssommernacht findet bereits zum 8. Mal statt, die Preise sind zum letzten Jahr gleich geblieben: Vollzahler zahlen 9 Euro, Ermäßigt 7 Euro und die Familienkarte für 2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder kostet 20 Euro. Im Preis inbegriffen sind ÖPNV-Fahrten in der Zone Dresden in regulären und Sonderlinien bis Sonntagmorgen 5 Uhr.

Ich vermute eine Verschwörung…

Der Schlecker Drogeriemarkt wusste schon vorher wie’s ausgeht und weil wir nicht nach Berlin fahren und die Maxi-CD mit dem Stimmungshit „Stuttgart, Stuttgart, wir fahren nach Stuttgart“ leider nicht erhältlich ist, verschenken sie halt die wertlosen Exemplare der Berlin-Verirrung. Ist ja besser als sich das Lager damit vollzustellen.

Schade für einen großen Künstler wie Olaf Berger (dass er Dresdner ist, sollte vielleicht besser verschwiegen werden) – hätte er mal die richtige Stadt beschworen… die Welt läge ihm zu Füßen. Ich weiß ich tat es… vor 20 Jahren. Peinlich aber wahr, ich erinnere mich noch an seine Auftritte im DDR-Fernsehen in einer Sendung namens Bong oder Gong oder Klong…

Das Burger King Rätsel ist gelöst

Anfang Juni hatte ich hier ja ein Bild von einem Stellenangebot von Burger King eingestellt, wo sie Leute für einen neuen Laden in „Dresden Zentrum“ suchten. Nun isser da und zwar *trommelwirbel* direkt im Hauptbahnhof, dessen Halle jetzt fast fertig und somit für den Einzug von Geschäften bereit ist. Ich hab die Halle noch nicht ohne Planen gesehen (war ca. vor einer Woche das letzte Mal in der Gegend), aber die Ecken an denen man durchgucken konnte sahen schon richtig gut aus mit ihrem sauberen Sandstein.

Mit DORIS durch die Stadt

DORIS ist ein Projekt des Fraunhofer Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme. Die Wissenschaftler haben eine Seite konzipiert, die sowohl über Veranstaltungskalender und Stadtplan, als auch Informationen zu ÖPNV-Verbindungen verfügt. Die Bevölkerung erfreut sich tendenziell vor allem an den Live-Bildern von Verkehrsknotenpunkten. Und: die Seite ist wirklich (fast) allumfassend: Auch der Flugplan des Flughafens Dresden-Klotzsche ist integriert.

Hier geht es zu den Live-Kamerabildern: http://www.intermobil.org/doris/net/kfz/kfz_cam_auswahl.xml

Und Autokorso…

natürlich. *Huuuuuup* Hilfe, das war aber auch ein Spiel. Nach dem 1:0 hab ich echt und ehrlich Angst gehabt, dass sie das nicht mehr reißen – die Argentinier schienen ja lange mindestens 20 Leute auf dem Feld zu haben.

Ui, jetzt auch noch Mopedkorso… du liebe Güte, hier is was los…

Und: Beckmann hat ja wieder mächtig genervt. Wieso muss der unbedingt Spiele kommentieren? Mit der Zeit wurde er wenigstens etwas träger und sagte nicht mehr so furchtbar viel.

Was lustiges aus dem Polizeibericht

Nicht so fein für das Image der Stadt, aber ich kann versichern: Wir sind nicht alle so. Nicht mal wenn wir getrunken haben.

„Eine 20 Jahre junge, stark alkoholisierte Frau hat am Mittwochabend auf der Gamigstraße eine Gleichaltrige überfallen. Sie schlug ihr Opfer zusammen und zwang sie, ihr eine Flasche Sangria auszuhändigen. Kurz darauf nahm die Polizei die Täterin fest. Sie hatte 1,92 Promille Alkohol im Blut – und offenbar noch nicht genug.“

Auch noch so ein Billigzeug wie Sangria… wenns denn wenigstens was anständiges gewesen wär…

Die Stadt will Männer von 20 bis 60…

als Komparsen für einen historischen Umzug anlässlich der 800-Jahr-Feier am 27. August. Zu diesem Zwecke dürfen die Teilnehmer für oder gegen die lutherische Reformation sein (laut DNN nur dafür, laut SZ sowohl für als auch gegen). Das große Gemetzel scheint aber auszubleiben, es werden nur 25 Leute gesucht.

Außerdem wünscht sich die Stadt noch Fahnenträger für den Umzug durch die Altstadt.

Wer mitmischen möchte, kann sich beim Projektverantwortlichen Rainer Junghanns unter (0351) 65648676/-77 melden.

15000 bei Campusparty

Die alljährliche Campusparty hat sich, komme wer wolle, zum Selbstläufer entwickelt. 15000, laut Angaben der SZ, ließen sich weder von den Bands noch der um Mitternacht draußen verhängten Sperrstunde (die Anwohner wollen schlafen) schrecken und haben die zugegebenermaßen recht günstigen Karten erworben. Der Studentenanteil der Besucher würde mich mal interessieren, mein Gefühl sagt mir er sinkt. Belegen kann ichs nur durch die zwei beiden, die im Florentinum nach mir Karten kauften – ich für Lagwagon, sie für den Campus. Sie hatte nen Schülerausweis, er war Vollzahler, sprich arbeitende Bevölkerung o.ä.

Um 14 Uhr bei der SZ Freikarten für den Washroom sichern

Und der Washroom ist kein Waschsalon, sondern ein Club im Industriegelände, nicht zu verfehlen wenn man einmal die Straße E gefunden hat. Für die morgige Big Summer Splash Party in Kooperation von Chocolate Night und Washroom verlost die Sächsische Zeitung heute um 14 Uhr unter (0351)48642650 viermal zwei Freikarten.

Wenn man kein Glück hat und trotzdem hingehen möchte: Eintritt bis 23 Uhr 4 Euro, danach 8.

Morgen wieder Naturmarkt in Tharandt

Wenn man heute die Wissenschaftsnacht bei den Forstlern verbringt und mit ihnen 4 Uhr das Sonnenaufgangspicknick genießt, kann man zum Einkaufen eigentlich gleich da bleiben. Wie immer am ersten Sonnabend im Monat öffnet auf dem Platz an der Pienner Straße der Markt mit Produkten aus glücklicher Herstellung.

http://www.johannishoehe.de/markt.htm

Morgen Nacht der Kirchen

In Dresden jagd eine Nacht die andere. Heute die Wissenschaft, morgen öffnen die Kirchen zum inzwischen vierten Mal zu später Stunde ihre Türen.

Informationen finden sich hier:
http://www.nacht-der-kirchen-dresden.de/ndkdd01start.htm

Und das komplette Programmheft mit sagenhaften 63 Punkten (!) zum Download:
http://www.nacht-der-kirchen-dresden.de/programm%20NDK%202006x05x23.pdf

Ich werf mal fünf Euro ins Phrasenschwein und behaupte: Da ist auch für jeden Nichtgläubigen was dabei.

ErkennBar öffnet an den Elbwiesen

Morgen öffnet im Rahmen der Stadt der Wissenschaft 2006 die ErkennBar vorm Westin Bellevue. Vom 1. Juli bis 12. August öffnet die Strandbar ihre Pforten und ich zitiere die Homepage http://www.dresden-wissenschaft.de: „Das umfangreiche Begleitprogramm „Im Reich der Sinne“ zeigt mit Diskussionen, Filmen, Vorträgen und Präsentationen, wo sich Wissenschaft im Alltagsleben wiederfindet und wozu sie fähig ist.“

Das komplette Programm findet sich als pdf unter
http://www.dresden-wissenschaft.de/fileadmin/susann/katrin/ErkennBar_Programm.pdf

Eben fiel mir auf…

dass die Campusparty dieses Jahr vollkommen an mir vorbeigegangen ist. Die war ja gestern! Das machte die Uni heute allerdings nicht leerer, es wurde fleißig gearbeitet. Das Umfeld schaute auch sauber aus – keine umherfliegenden Bierbecher oder ähnliches – das lässt auf gute Ordnungskräfte schließen. Geringe Beteiligung vermute ich trotz des strangen Line-ups eigentlich nicht. Von den aufspielenden Bands hatte ich von vieren schonmal den Namen gehört (Revolverheld, das Apoptygmadings, Yellow Umbrella, Klee), mehr aber auch nicht. Das ist absolut kein Qualitätskriterium, aber wenn man bedenkt, dass die Sportfreunde Stiller schonmal vorbeischauten… die kennt nun wirklich jeder, ob man will oder nicht. Mal sehen was und ob die Presse morgen dazu sagt.

Autofoto: Was Amerikanisches

Kürzlich kamen mir verschiedene wunderschön erhaltene/ aufgebaute ältere Fahrzeuge – Oldtimer darf ich nicht sagen, denn keines hatte das nötige Kennzeichen – vor die Linse. Und das um so überraschender, als kein dazugehöriges Treffen, Fest oder ähnliches in der Nähe war. Die Wagen standen einfach so auf dem Parkplatz zwischen heutigen Otto-Normalverbraucher-Autos.

Nummer eins: Der rote Mustang

Untraditionelles Softeis heute in Coschütz/ Gittersee

Bei der von mir favorisierten Softeisbude am Rand Dresdens ist die Eissorte des Tages überraschend Vanille-Maracuja. Vanilleeis ist ja Standard, aber das grüne Maracujaeis war mir neu. Lecker ist es natürlich – es sei denn man mag explizit kein Maracuja – geöffnet ist auf jeden Fall noch bis um 7, meistens etwas länger wenn das Wetter warm, das Eis da und die Kundschaft willig ist.

Die Sorgen der anderen und wir im Wasser

Hochwasserpaniker aus der Ferne – Gehts noch jemandem so? Bei uns rufen immer gleich die Verwandten an und fragen ob denn auch wieder Wasser auf der Straße war wenn im Fernsehen mal von einem Unwetterchen, wie zuletzt ja am Dienstag, die Rede ist. Ich frag mich was sie dazu bringt zu vermuten, dass jedes halbwegs robuste Gewitter im Raum Dresden gleich eine Springflut auslöst.

Mehr Geschäfte im Fluss? – Elbeparkausbau

Die wirtschaftlichen Argumente der PDS gehen an mir vorbei – man kann den Leuten ja nicht vorschreiben wo sie einkaufen sollen und wenn der Möbel Walther-Chef sich mit seinem Riesenprojekt 40000 Quadratmeter Verkaufsfläche übernimmt und pleite geht – tja, Pech. Was an dem Projekt merk- und kritikwürdig ist: Der Elbepark steht sowieso schon halb im Überflutungsgebiet der Elbe – wenn mal wieder ein größeres Hochwasser vorbeischaut wird der voraussichtliche Schaden also um einiges höher. Klar kann man sagen: sollen das mal die Versicherungen regulieren, aber ich als Versicherung würde den Geschäftsleuten einen Vogel zeigen.

Feiner Lagwagon-Konzertrückblick in der DNN

Bevor er morgen in den Katakomben des Internet verschwunden ist, leg ich ihn mal hier ab. Gelesen bei www.dnn-online.de

Mit dem alten Herz in der Hand

Chris Flippin hat ein Problem. Er ist über zwei Meter groß, spielt Gitarre bei Lagwagon aus Kalifornien und soll an diesem Abend im kleinen Thrillbeats Club in Dresden auftreten, wo er sich beim allerkleinsten Hopser auf der Bühne den Kopf einhauen würde. Einen flippin‘ Chris wird man also nicht sehen, trotzdem sieht ihn jeder und die Mädchen möchten den Riesen, der mit seinen langen Haaren und dem nach hinten gedrehten Basecap wie ein überdimensionierter Fünfzehnjähriger wirkt, sicher alle knuddeln. Sollten sie in diesem völlig überfüllten Kellerclub mit gefühlten 50 Grad und Luft wie Schwitzpudding besser lassen. Erst recht, nachdem Sänger Joey Cape dem gesamten Saal das Ausziehen empfohlen hat.

Man umarmt sie trotzdem – in Gedanken. Dieser immer etwas glatt produzierte Pop-Punk von der amerikanischen Westküste mag nicht jedermanns Geschmack sein. Erst recht nicht, nachdem ganze Armeen von Industrie-Epigonen das Genre zum Ende der 90er beinahe tot gespielt hatten, aber das hier – dieser pubertäre Enthusiasmus, diese bedingungslosen drei Akkorde sind keine zur Schau getragene Skater-Philosophie oder plumpe Plakatierung für den Verkauf, sondern ein Lebensgefühl. Man merkt vom ersten Takt an, dass Lagwagon irgendwie von Anfang an dabei waren, seit dem Debüt „Duh“ von 1992 alle acht Alben dem unabhängigen Fat-Wreck-Label des NoFX-Sängers Fat Mike treu geblieben sind, sich selbst erst recht. Es ist nicht nur diese Authentizität, die den Abend so gut macht, selbst Skeptiker werden einräumen müssen, dass diese ausgebrannte Sparte unter den flinken Fingern von Lagwagon durchaus für einen zweistündigen Frühling gut ist. Wie ein typischer Melodycore-Song wie „Making friends“ so die Luft des Raumes in sich aufsaugen kann, zwischen hymnisch gebremst geklöppelt und göttlich beherzt geknüppelt. Aber da sitzt ja nicht umsonst Dave Raun hinter der Schießbude, der ebenso für die phantastischen und immer wieder witzigen Me First And The Gimme Gimmies trommelt.

Das unterscheidet Lagwagon aber auch von vielen Kollegen – die immer etwas ernsteren Lyrics bergen weit mehr Identifikationsmaterial als etwa Draufhauer wie NoFX. „Automatic“ vom letzten Album „Resolve“ (2005), das auch als Reaktion auf den Selbstmord des schon Mitte der 90er ausgestiegenen Drummers Derrick Plourde verstanden werden will, wird vom Saal beherzt mitgerockt: „Get up, smile, find a need, wash your hair, bleach your teeth / Develop habit / Automatic“. Großartige Liveband.

Norbert Seidel

Bio, Chemie, Physik wieder Pflicht

Was bin ich froh mein Abitur vor einigen Jahren hinter mich gebracht zu haben. Die Horrormeldungen, die sich derzeit zur Gestaltung der Oberstufe aus dem Kultusministerium häufen, hätten mich seinerzeit wahrscheinlich aus Sachsen auswandern lassen. Oder zumindest meinen Abschluss merklich verschlechtert. Der Reihe nach, was passieren soll. Ab 2008 müssen:

Physik, Chemie und Biologie sowie zwei Fremdsprachen durchgängig belegt werden (Physik und Chemie – ich wäre eingegangen. Plus: mein mir durch Nichtbelegen der Fächer entgangenes Wissen hat wahrlich noch niemanden interessiert)

Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache als Grund- und Leistungskurs – alles andere im Klassenverband unterrichtet werden (die logistische Organisation wird bei dem Lehrermangel sicher ein Fest, schließlich müssen dann faktisch alle Schüler eines Jahrgangs mehr oder weniger gleichzeitig die Kernfächer haben oder aber Löcher im Stundenplan durch Freistunden)

Was ich nicht verstehe: Wie soll der Klassenverband Studierfähigkeit fördern? An der Uni rennt man doch üblicherweise von Kurs zu Kurs ohne oft die gleichen Leute zu treffen. Man muss sich selber organisieren, flexibel sein. Das bisschen Routine was man darin schon aus der Schule kannte, wird also zu Ehren schlechterer Abschlüsse verschwinden. Die Ansicht von Kultusminister Steffen Flath (CDU), zitiert in der Sächsischen Zeitung: „Er [Flath] könne nicht ausschließen, dass die Noten leicht sinken. Die Hochschulen und Universitäten sollten berücksichtigen, dass das Abitur in einem Bundesland erworben wurde, wo Naturwissenschaften Pflicht seien. “

Ja, so wird das bestimmt passieren… Tolltolltoll…

Wie – kein Fußball?

Ich hab mir den WM-Plan nicht im Kopf implantiert und war heute sozusagen von der Nachricht überrascht, den ersten Tag seit langem kein WM-Spiel betrachten zu können. Was soll man denn machen, wenn nicht Leuten beim Ballspielen zusehen? Und wie soll das erst werden wenn die WM mal vorbei ist? Worüber soll dann in Kneipen und auf der Straße gesprochen werden? Es wird eine dunkle Zeit, soviel prophezeie ich. Ich freu mich schonmal auf Freitag vor – da rollt der Ball wieder.